Ratgeber · Standards

vCard (.vcf) erklärt: der Standard hinter „Kontakt speichern"

Wenn ein Kontakt mit einem Fingertipp im Adressbuch landet, steckt fast immer eine vCard dahinter. Was in der .vcf-Datei wirklich drinsteht, warum es mehrere Versionen gibt — und welche Fallstricke wir aus eigener Erfahrung kennen.

Die vCard ist einer der langlebigsten Standards des Internets: 1995 vom Versit-Konsortium entworfen, später von der IETF standardisiert, heute in jedem Smartphone-Adressbuch, in Outlook, Gmail und CardDAV-Servern. Eine .vcf-Datei (MIME-Typ text/vcard) ist dabei nichts Exotisches — nur strukturierter Text.

Was ist eine vCard?

Eine vCard ist ein maschinenlesbares Kontaktdatenformat: Name, Organisation, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Anschrift, Foto, Webseiten — alles in einer definierten Struktur, die jedes Adressbuch versteht. Genau deshalb ist sie das Rückgrat jeder digitalen Visitenkarte: Der „Kontakt speichern"-Button liefert eine vCard aus, das Betriebssystem öffnet den „Neuen Kontakt anlegen"-Dialog, alle Felder sind vorausgefüllt. Kein Abtippen, keine Zahlendreher.

So sieht eine vCard von innen aus

Eine minimale vCard 3.0 — mit jedem Texteditor lesbar:

BEGIN:VCARD
VERSION:3.0
N:Mustermann;Max;;;
FN:Max Mustermann
ORG:Beispiel GmbH
TITLE:Projektleiter
TEL;TYPE=CELL:+49 170 1234567
EMAIL;TYPE=WORK:max@beispiel.de
URL:https://vizitcard.de/max
END:VCARD

Jede Zeile ist eine Property aus Name, optionalen Parametern (TYPE=CELL) und Wert. Zeilen enden laut Standard mit CRLF; lange Zeilen werden bei 75 Oktetten „gefaltet" (Fortsetzungszeile beginnt mit Leerzeichen) — eines der Details, an denen selbstgebaute Generatoren gern scheitern.

Die wichtigsten Felder

FeldBedeutungPraxis-Hinweis
FNAnzeigename (Pflicht)„Formatted Name" — das, was im Adressbuch steht
Nstrukturierter NameNachname;Vorname;weitere;Titel;Suffix — wichtig fürs Sortieren
ORG / TITLEFirma / PositionORG kann Abteilungen enthalten (Semikolon-getrennt)
TELTelefonnummernimmer mit TYPE (CELL/WORK/HOME/FAX) — sonst raten die Apps
EMAIL / URLE-Mail / Webseitenmehrfach erlaubt; Reihenfolge = Priorität in vielen Apps
ADRAnschrift7 Teile mit Semikolon (Postfach;Zusatz;Straße;Ort;Region;PLZ;Land)
PHOTOKontaktfotoals Base64 eingebettet oder als URL — eingebettet ist zuverlässiger
NOTEFreitextgut für „Kennengelernt auf …" — Zeilenumbrüche als \n escapen

Versionen: 2.1, 3.0 und 4.0

  • vCard 2.1 (1996): das Urformat. Umlaute brauchen hier krude Quoted-Printable-Kodierung (=C3=BC für „ü") — heute nur noch für sehr alte Geräte relevant.
  • vCard 3.0 (RFC 2426, 1998): der De-facto-Standard. UTF-8 möglich, von praktisch jedem Adressbuch fehlerfrei importiert — iOS, Android, Outlook, Thunderbird, Gmail.
  • vCard 4.0 (RFC 6350, 2011): der modernste Standard — durchgängig UTF-8, sauberere Parameter, KIND (Person/Organisation), Geokoordinaten. Der Haken: Die Import-Unterstützung ist bis heute lückenhaft; manche Apps ignorieren 4.0-spezifische Felder oder verweigern den Import ganz.
Deshalb liefern wir 3.0 aus: Vizitcard erzeugt vCards bewusst in Version 3.0 mit UTF-8 — die Kombination mit der höchsten Import-Quote über alle Geräte und Mail-Clients hinweg. Der modernste Standard nützt nichts, wenn das Adressbuch des Empfängers ihn nicht versteht.

Fallstricke aus der Praxis

  1. Umlaute & Encoding: Eine vCard ohne sauberes UTF-8 macht aus „Müller" ein „Müller". Encoding-Probleme sind Support-Anfrage Nummer eins bei selbst gebauten .vcf-Dateien.
  2. Sonderzeichen escapen: Kommas, Semikolons und Zeilenumbrüche haben in vCard-Werten Sonderbedeutung und müssen mit Backslash escaped werden — sonst zerlegt es Adressen in falsche Felder.
  3. Fotos aufblähen: Ein eingebettetes 5-MB-Foto macht die Datei träge und scheitert an manchen Mail-Größenlimits. Verkleinern (z. B. auf 240–512 px) gehört zum Generieren dazu.
  4. Der iOS-Umweg: Safari öffnet .vcf direkt im Kontakte-Dialog; wird die Datei aber z. B. in In-App-Browsern geöffnet, landet sie manchmal nur im Download. Ein sichtbarer „Kontakt speichern"-Button mit korrektem Content-Type: text/vcard und Content-Disposition minimiert solche Fälle.
  5. Veraltete Downloads: Eine gespeicherte vCard bleibt auf dem Stand des Downloads. Ändert sich deine Nummer, hilft nur erneutes Teilen — oder ein Mechanismus wie unser Kontakt-Update-Abo bzw. der Wallet-Pass, der Änderungen nachschiebt.

Wie Vizitcard vCards erzeugt

Bei Vizitcard ist der vCard-Download in allen Tarifen enthalten — auch im kostenlosen. Die Datei wird serverseitig aus deinen Kartendaten generiert (Version 3.0, UTF-8, korrektes Escaping und Zeilenfaltung), inklusive Foto in adressbuch-tauglicher Größe. Du pflegst deine Daten an einer Stelle; Kartenseite, QR, Wallet-Pass und vCard bleiben automatisch konsistent.

FAQ

Häufige Fragen zur vCard

Wie öffne ich eine .vcf-Datei?
Einfach antippen bzw. doppelklicken: Smartphones öffnen den „Kontakt hinzufügen"-Dialog, am Desktop übernehmen Outlook, Apple Kontakte oder Thunderbird den Import. Eine vCard ist reiner Text — zur Not kannst du sie sogar im Editor lesen.
Welche vCard-Version ist die beste?
Für maximale Kompatibilität: 3.0 mit UTF-8. Version 4.0 ist der modernere Standard (RFC 6350), wird aber bis heute nicht von allen Adressbüchern sauber importiert. Vizitcard liefert deshalb 3.0 aus.
Kann eine vCard mehrere Kontakte enthalten?
Ja — eine .vcf-Datei darf beliebig viele BEGIN:VCARD…END:VCARD-Blöcke enthalten. So exportieren Adressbücher ganze Kontaktlisten in eine einzige Datei.
Ist eine vCard dasselbe wie eine digitale Visitenkarte?
Nein, sie ergänzen sich: Die digitale Visitenkarte ist deine lebende Profilseite (immer aktuell, mit Links, Design und Statistik); die vCard ist der standardisierte Weg, deine Kontaktdaten ins Adressbuch des Gegenübers zu übertragen. Vizitcard kombiniert beides.
Bleibt eine heruntergeladene vCard aktuell?
Nein — sie ist ein Schnappschuss zum Zeitpunkt des Downloads. Für automatische Aktualisierungen gibt es bei Vizitcard den Google-Wallet-Pass (Pässe werden serverseitig aktualisiert) und das Kontakt-Update-Abo.

Quellen & Standards

  1. RFC 6350: vCard Format Specification (4.0) — datatracker.ietf.org
  2. RFC 2426: vCard MIME Directory Profile (3.0) — datatracker.ietf.org
  3. RFC 6352: CardDAV (Adressbuch-Synchronisation) — datatracker.ietf.org

Stand: 16.07.2026.

Manuel Zagler

Gründer & Betreiber · PiXX Media, Aschau am Inn

Betreiber von vizitcard.de. Unseren vCard-Generator (Version 3.0, UTF-8, Escaping, Foto-Verkleinerung) haben wir selbst entwickelt und über viele Geräte-, Mail- und Adressbuch-Kombinationen hinweg getestet.

Zuletzt aktualisiert: 16.07.2026 · Über uns · Kontakt · Impressum